Tag 28

Tag achtundzwanzig. Das Ende meines Selbstversuches nähert sich mit großen Schritten. Geld ist ohnehin keins mehr da, finanzieller Spielraum war auch nie wirklich einer vorhanden.
Heute lasse ich es ruhig angehen. Ausschlafen, in aller Ruhe frühstücken und dabei Nachrichten nachgucken. Fast nur bad news, wären da nicht die drei Vorwahlsiege von Bernie Sanders in Alaska, Washington und auf Hawaii. Es wird verdammt schwer, das „Race“ gegen Hillary Clinton noch zu gewinnen, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Und Barack Obama war schließlich auch ganz lange der „chancenlose Außenseiter“.

Den Vormittag verbringe ich hinter dem PC. Es hat sich wieder ordentlich Arbeit angestaut, sowohl von Seiten meiner Tennis Academy, als auch bei uns Grünen. Mails, Mails, Mails und dazu noch ein wenig inhaltliche Vorarbeit für die bevorstehende Arbeitswoche.
Zu Mittag koche ich mir, und jetzt dürft ihr dreimal raten…? Ja richtig, Nudeln. Heute mal wieder mit Cottage Cheese. Geht schnell, ist mega einfach zuzubereiten und schmeckt mir trotzdem. Den frühen Nachmittag verbringe ich heute auf Couch und Fußboden. Auf der Couch zum Schauen meiner Lieblingsserien (Akte X, The Walking Dead, Fringe,…) und am Fußboden für meine täglichen Fitnessübungen. Müsste ich nicht immer noch die Schiene tragen und wäre mein Außenband wieder 100% fit, dann würde ich heute unter Garantie laufen gehen. Das frühlingshafte Wetter ist echt ein Traum. Aktuell bleibt mir nur ein Spaziergang am späten Nachmittag. Den genieße ich in vollen Zügen. Ich komme bei einem Eisladen vorbei und der hat auch tatsächlich schon offen. Aber 1. hätte ich aktuell echt kein Geld dafür und 2. sind meine Halsschmerzen noch nicht ganz besiegt. Also lasse ich das lieber.
Unterwegs merke ich, dass eine Toilette jetzt von Vorteil wäre. Die erste, wie das Schicksal so spielt, ist aber eine „GEGEN GEBÜHR“. Nein danke, denke ich mir und hüpfe ins erste Restaurant und bitte darum, die Toilette benutzen zu dürfen. Das freundliche „Ja“ überrascht mich sogar ein klein wenig. Gut, immerhin 50 Cent gespart. Ich wäre ja ohnedies dafür, dass öffentliche Toiletten gratis sind, aber das ist eine andere Baustelle.

Später treffe ich noch Freund_innen und Kollegen zum gemütlichen Austausch. Georg war so lieb und brachte mir in einer Thermoskanne Kaffee mit. Und schon genossen wir den Yppenplatz ohne jeglichen Konsumzwang. Sehr cool war das.

image

Versteuerst du schon oder versteckst du noch? Warum die Reichen immer reicher werden…
Am Abend setze ich mich nochmals vor meinen Computer und arbeite an meinem Blogbeitrag zum Tag. Dabei möchte ich heute natürlich auch wieder jene wenigen Prozent näher betrachten, die auf die „Butterseite“ des Lebens gefallen zu sein scheinen. Dazu gehören in jedem Fall große Konzerne wie Apple, Google oder auch IKEA. Anhand von Letzteren haben die europäischen Grünen und mit ihnen Michel Reimon erst kürzlich aufgezeigt, wie leicht Steuermillionen am Fiskus vorbei transferiert werden können. Einzige Voraussetzung: Man ist groß genug, um Briefkastenfirmen und Steuerschlupflöcher zu seinem Hobby zu machen.

https://www.reimon.net/2016/02/12/ikeas-steuertricks-versteuerst-du-schon-oder-versteckst-du-noch/

IKEA ist dabei aber längst kein Einzelfall, eher die Regel.
Ich sage es am Besten mit den Worten von Attac: „Die Rahmenbedingungen schufen Regierungen in aller Welt, die dem Steuerwettbewerb verfallen sind und eifrig Unternehmenssteuern absenkten sowie Tricksereien erleichterten. Das ist schon lange ein Skandal, angesichts der Krisen und verschärften Ungleichgewichte in Europa und weltweit jetzt aber gänzlich untragbar geworden. Die Steuervermeidungsindustrie muss gestoppt werden! Daher müssen die jetzigen Steuer-Schlupflöcher gestopft werden, und zwar richtig! Wir brauchen eine grundlegende Reform der Unternehmensbesteuerung und fordern die Gesamtkonzernsteuer/ Unitary Tax! Schluss mit der Bilanzen-Verhüllung und Gewinnverschieberei!“
Mehr Infos unter: http://www.attac.at/kampagnen/steuertricks-stoppen.html

image

Dies verdeutlicht sehr gut und plakativ die allgemeine Situation in unserer Welt. Bist du erst „oben“, wird es dir in vielem recht einfach gemacht weiter „aufzusteigen“ und in überbordendem Reichtum zu leben. Leider gilt dasselbe auch umgekehrt. Bist du erst unten, wird es dir alles andere als leicht gemacht, da wegzukommen. Die Mindestsicherung ist ein „kleiner Anker“. Nicht, um nach oben in die „Suite“ des Lebens aufzusteigen, nein, aber immerhin verhindert sie das Abrutschen in den Keller.
Was wir brauchen, ist ein gesamtgesellschaftliches Umdenken. Es geht nicht an, dass die, die es sich richten können, auf Kosten der Masse immer reicher und wohlhabender werden.
Deshalb muss die Forderung nach einem SYSTEMWECHSEL verdammt laut sein: WIR WOLLEN DEN REICHTUM GERECHT VERTEILEN! Und gemeinsam schaffen wir das auch.

Nach dem Großeinkauf vom Samstag habe ich die beiden freien Tage fast ohne weitere Ausgaben überstanden. Einzig 1 Euro ging für einen Sesamring beim türkischen Bäcker drauf. Bleiben mir für die letzten drei Tage 10,07 Euro.

Tag 27

Tag siebenundzwanzig und mein Tagesbudget ist mittlerweile von 7,50 Euro auf 2 Euro und 20 Cent pro Tag zusammengeschrumpft. Warum? Habe ich etwa kopflos mit Geld umher geschmissen? Ausgaben getätigt, die extrem unpassend beziehungsweise echt unnötig waren? Habe ich meine Freizeit genossen und war z.b. im Kino oder im Fitnesscenter? War ich zu den Feiertagen gut essen? Sind Reparaturen angefallen? Musste ich Geschenke für andere kaufen? Hatte ich eine hohe Stromnachzahlung?
Die Antwort auf all diese Fragen ist die gleiche: NEIN!

Nein, weil 232,50 Euro im Monat auch so schon verdammt wenig zum Leben sind. Dieses Resümee traue ich mich schon heute, fünf Tage vor Ende meines „Selbstversuches“, stellen. Deshalb kann ich auch sehr gut die Forderung von Volkshilfe Geschäftsführer Erich Fenninger, nach einer Aufstockung der Mindestsicherung, nach voll ziehen.

Mehr dazu unter: http://kurier.at/politik/inland/spoe-zerstoert-sich-mit-dieser-politik-selbst/188.821.490

Armut in einem der reichsten Länder der Erde.

Wenn wir schon über die Mindestsicherung diskutieren wollen, dann darüber ob es Aufstockungen braucht und sicher nicht über Kürzungen. Dieser grausliche Verteilungskampf von oben, den ÖVP und FPÖ da angezettelt haben, muss ein Ende haben. Die Diskussion muss am anderen Ende geführt werden. Dort wo die 3 reichsten Prozent über mehr als die Hälfte des gesamten österreichischen Vermögens verfügen. Nicht bei den unteren 50%, die nichts bis fast nichts vom „Kuchen“ besitzen. Die Mindestsicherung macht nur einen ganz kleinen Teil im Budget aus („nur“ 0,7% der Sozialausgaben) und ist ein wichtiger Anker für all jene die gerade nicht auf die Butterseite des Lebens gefallen sind. Und das werden in einer Welt, in der Reiche immer reicher werden und die Kluft zwischen arm und reich stark zunimmt, leider immer mehr. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Obwohl Österreich immer noch zu den reichsten Länder der Welt zählt, gelten in Österreich über 1,6 Millionen Menschen (19,2% der Bevölkerung) als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet.

image

Mehr Infos unter: http://www.statistik.at/web_de/presse/102889.html

Darunter sind mehr als 400.000 Kinder.
„Mehr als jedes zehnte Kind (13 Prozent) unter 16 Jahren ist „von zentralen Lebensbereichen ausgeschlossen. Dazu gehören etwa Zugang zu kindgerechten Büchern, tägliches Obst und Gemüse sowie ein Platz mit ausreichend Licht und Ruhe zum Lernen. Nur die Hälfte der Kinder aus einkommensschwachen Familien kann einmal pro Jahr auf Urlaub fahren. Fast die Hälfte (43 Prozent) der Kinder aus Haushalten mit niedrigem Einkommen übt keine regelmäßigen Freizeitaktivitäten aus, weil das Geld fehlt. Darunter fällt etwa, an kostenpflichtigen Schulaktivitäten (etwa Skikursen) teilzunehmen.“

image

Mehr unter: http://oesterreich.orf.at/stories/2717430/

Wien ist die Kinderhauptstadt Österreichs.
Die Stadt Wien ist sich ihrer Verantwortung bewusst und versucht alles, diese Kinder mit zu nehmen, damit sie in unserer Stadt auch echte Chancen und Perspektiven erhalten. Deshalb hat Wien schon 2010 die höchste Kindesmindestsicherung beschlossen und eingeführt und deshalb gibt es an Wiens Schulen auch so coole Projekte, wie jenes der „Gesunden Bio-Jause“.
Mehr dazu unter: https://wien.gruene.at/soziales/gratis-schulobst-kommt-gut-an

So kompliziert das Leben, so einfach war heute mein Tag. Er bestand aus Freizeit, Freizeit und nochmals Freizeit. Und die war heute zum Glück auch völlig gratis und entspannend. Bleiben mir weiter 11 Euro und 7 Cent bis zum Ende des Monats.

Ich wünsche euch allen angenehme Feiertage, eine ruhige Zeit und entspannte Momente. Danke, dass ihr mich begleitet.

Tag 26

Tag sechsundzwanzig möchte ich mit einer guten Nachricht beginnen: Die gestern anklopfende Verkühlung dürfte ich noch rechtzeitig abgefangen haben. Fühle mich heute schon wieder weitaus fitter. Danke euch allen für die zahlreichen Tipps zur Genesung. Kann man immer wieder mal brauchen.

Nach sechs intensiven Tagen Tenniscamp mit meinen Kids bin ich zurück in Wien und das Erste, was ich gemacht habe, beziehungsweise machen musste, war ein „Großeinkauf“ vor den anstehenden Feiertagen. Der ist sich gerade noch ausgegangen. Zum Glück, denn ansonsten hätte ich entweder schummeln oder hungern müssen. Denn mit knapp 30 Euro Restbudget für den Monat kann man auch an Feiertagen nicht groß auswärts essen gehen.
Der angesprochene „Großeinkauf“ war, ob der Tatsache, dass mein monatliches Budget immer knapper wird, auch gar nicht so groß.

Fast neidisch blickte ich heute mehrmals auf die Einkaufswägen und Tragetaschen anderer. Da haben nicht wenige beim Feiertagseinkauf ganz tief in die Tasche gegriffen. Mindestsicherungsbezieher_innen können sich das nicht leisten. Weder zu Ostern, noch zu Weihnachten und schon gar nicht sonst wann im Jahr. Hier muss Monat für Monat jeder Cent mehrfach umgedreht werden. Und sollten wirklich mal ein paar Euro auf der Haben-Seite sein, dann spart man/frau diese wohl lieber für etwaige Reparaturen oder sonstige anfallende Kosten. Darüber sollten alle mal nachdenken, die jetzt während der Feiertage mit der Familie vor dem Braten, dem Karpfen oder sonst irgendeinem Festmahl sitzen. Nein, ihr dürft das ruhig alle ohne schlechtes Gewissen essen, aber bitte denkt dran, wenn ihr das nächste Mal die Mär von der sozialen Hängematte Mindestsicherung erzählt bekommt. Dieses Märchen tischen euch jene Herren von ÖVP und FPÖ regelmäßig auf, die ihren Ostereinkauf wohl beim Meinl am Graben und ihre Geschenke bei Tiffany eingekauft haben. Wir, die Masse, die das nicht tut, sollten daher die Geschichten der Märchenonkel nicht glauben. Dient alles nur zur Ablenkung. Alles nur, weil die Reichsten im Lande nicht wollen, dass wir alle gemeinsam die richtigen Fragen stellen. Die wären nämlich:

Warum ist Reichtum so ungerecht verteilt?
Warum gibt es in Österreich keine Vermögenssteuern, obwohl die reichsten 3% mehr besitzen als die übrigen 97%?
Warum sind unsere Löhne im Vergleich zu den Lebensmittelpreisen und den Wohnkosten seit den 1970iger Jahren quasi um „Null Komma Josef“ gestiegen?
Warum will man denen, die ohnedies nicht mal 4% des Vermögens besitzen (die unteren 50%), noch etwas wegnehmen?
u.v.m.

Aber noch etwas anderes ist mir heute im Supermarkt aufgefallen: Kurz vor Kassaschluss waren noch unzählige frische Lebensmittel auf Vorrat zu haben. Sowohl bei den Backwaren als auch in jeder anderen Abteilung (Fleisch, Fisch, Käse,…). Passt super zum Bild der Wegwerfgesellschaft und führt mich direkt zu einer Petition von Greenpeace, die ich euch allen sehr ans Herz legen möchte.

 

Unterstütze die Petition „Essen verschwenden ist Mist“
http://lebensmittel.greenpeace.at/?utm_source=facebook&utm_medium=post&utm_term=nonsearch&utm_campaign=konsum&__surl__=IgNI8&__ots__=1459013374080&__step__=1

„Essen verschwenden ist Mist!
Unser Lebens­mittel­system hat ein gewaltiges Problem: 30 % der welt­weit produzierten Lebens­mittel landen unangetastet im Müll. Allein in Österreich betrifft dies jährlich min­destens 500.000 Tonnen an ungenutzter Nahrung. Dabei übersteigt unser öko­logischer Fuß­abdruck bereits heute die Grenzen unseres Planeten.
Es ist Zeit, sich drei großen Bereichen der Verschwendung zu stellen:
Zehntausende Tonnen Obst und Gemüse landen jährlich im Müll, weil sie nicht den Ansprüchen des Marktes entsprechen.
Falsches Einkaufsverhalten führt zu unnötigem Müll in den Privathaushalten.
Unmengen an genießbarem Essen werden irrtümlicherweise bereits am Mindesthaltbarkeitsdatum entsorgt.
Wir brauchen endlich gesetzliche Rahmenbedingungen, die unser Essen vor dem Mist retten. Wir fordern daher, einen konkreten österreichweiten Umsetzungsplan zur Halbierung der Lebensmittelabfälle bis 2030!“

Ich würde mich wirklich freuen, wenn viele meinem Beispiel folgen und diese Petition unterstützen.
Nach dieser Werbeeinschaltung zurück zu meinem Tag: Der endet mit selbstgemachten Mohnnudeln und mit einem Blick auf meinen aktuellen Kontostand. Dieser beträgt nach Abzug des Großeinkaufes und Abzug der beiden Weckerl vom Bäcker spärliche 11 Euro und 7 Cent. Bleiben mir pro Tag noch satte 2,20 Euro. Na dann frohe Ostern und gute Nacht.

20160326_165911_resized

Tag 25

Tag fünfundzwanzig läutet die letzte Woche meines „Selbstversuches“ ein und der Tag beginnt denkbar ungünstig. Ich wache mit leichten Halsschmerzen auf. Wohl ein Ergebnis des Outdoorsports der letzten Tage. Bei diesem Übergangswetter ist das Verkühlungsrisiko ja immer gegeben. Gerade dann, wenn rund um einen schon fest gehustet und genießt wird.

Im Normalfall wäre mein erster Weg zur Apotheke und ich würde mir schnellstmöglich Lutschtabletten und eine Packung Aspirin complex besorgen. Deren Preise im Hinterkopf habend, entscheide ich mich aber anders. Denn ansonsten wären meine verbliebenen 40 Euro faktisch schon weg. Alles zu teuer. Da die Halsschmerzen noch nicht allzu schlimm sind, mache ich mich auf den Weg zur nächsten Drogerie und kaufe mir Salbei-Lutschbonbons. Wenn’s nicht hilft, schadet es zumindest nicht, denke ich mir.

image

Über Tipps von eurer Seite, wie ich die nahende Verkühlung noch kostengünstig abwehren kann, freue ich mich natürlich. Ich hab keine Lust, zu Ostern zuhause herumzuliegen.

Die Salbeibonbons kosteten mich gerade mal 89 Cent. Gesamt kam ich heute auf Kosten von 9,40 Euro, darunter Ausgaben für Tee, der Rest für Essbares. Darunter heute auch viele Vitamine in Form von Obst. Denn auch das soll ja bekanntlich helfen und dem Körper neue Power geben.

Wieder wird mir bewusst, wie einfach ich es sonst mit derartig kleinen Alltagsproblemen habe und wie groß diese für viele andere Menschen sein bzw. werden können.

Ich betone an dieser Stelle immer, wie wenig meine Situation in diesem Monat mit der Situation von echten Mindestsicherungsbezieher_innen verglichen werden kann. Das war auch nie meine Intention. Umso mehr freut mich aufbauendes Feedback, wie jenes von Sabine.*

image

Danke, dass ihr mich begleitet. Gemeinsam werden wir über diesen Monat hinaus daran arbeiten, dass die Welt wieder ein klein wenig gerechter wird.

Kontostand: 30,80 Euro

Fakt:
„Bin ich im Rahmen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung krankenversichert?
Im Rahmen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung werden alle LeistungsbezieherInnen, die
noch keinen Krankenversicherungsschutz genießen, von den Ländern zur gesetzlichen Kranken-
versicherung angemeldet. An Stelle der oft als stigmatisierend erlebten Sozialhilfekrankenscheine
tritt die E-Card. BezieherInnen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung kommen im Rahmen
der Einbeziehung in die gesetzliche Krankenversicherung dieselben Vergünstigungen zu wie Aus-
gleichszulagenbezieherInnen (z.B. Entfall der Rezeptgebühr). Die Krankenversicherungsbeiträge
werden von den Ländern übernommen.
Die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge richtet sich nach jenen, wie sie von und für Aus-
gleichszulagenempfängerInnen in derselben Haushaltskonstellation zu leisten wären.“

Quelle: Sozialministerium

image

Tag 24

Etwas müde von den ersten drei Camptagen starte ich in den heutigen Tag. Mag vielleicht auch am Essen liegen, denn ich beschränke mich wirklich auf das Notwendigste. Als Sportler nicht immer einfach.Teure Müsliriegel, Elektrolytgetränke und Co habe ich allesamt von meinem Speiseplan gestrichen und in die „zu teuer“ Schublade abgelegt. Diesen Monat nicht, denke ich mir, wenn ich an den Regalen im Supermarkt vorbeigehe, wo ich früher sorgenfrei und fast schon gedankenlos zugegriffen habe. Bio-Müsliriegel mit viel Power drin sind aber echt ein Sportler-Luxusproblem, damit will ich mich jetzt nicht länger aufhalten. 

Meine Ernährung wird diskutiert und ich bekomme auch viele Tipps, wie ich kostengünstig und dennoch bewusst mit einer gesunden Verpflegung durch den Tag kommen kann. Einer dieser das Essen betreffenden Ratschläge kam zum Beispiel von Markus*.

image

Danke an alle da draußen, die mich Tag für Tag begleiten und mit Tipps und Tricks versorgen. Ihr seid spitze.

Meine Ausgaben am heutigen Tag beliefen sich auf 9,60 Euro. Bleiben gesamt noch 40,20 Euro. Der Großteil ging für Verpflegung drauf, dazu kamen Kosten für ein Deo und eine Wundcreme. Zwei Kleinigkeiten also, die man sonst kaum spürt, die jetzt aber weh tun.

Die Mär von der „Sozialen Hängematte“.

image

Wer immer noch glaubt, Mindestsicherung mit einer „sozialen Hängematte“ verwechseln zu müssen, sollte mal persönlich die Erfahrung, mit so wenig im Monat auskommen zu müssen, machen. Das Leben rund um uns wird immer teurer und teurer.  Wir alle müssen uns der Verantwortung für unsere Gesellschaft bewusst sein, niemanden zurückzulassen und allen Menschen so viel zu überlassen, dass ihnen Chancen und Perspektiven auf ein selbstbestimmtes Leben erhalten bleiben. 

FAKT:
Heute möchte ich, dass wir uns mal einen Vergleich der Entwicklung von Arbeits- und Kapitalvermögen ansehen. 

image

Mehr unter: verteilung.at

Das Kapital hat sich seit den 1970iger Jahren gegenüber dem Faktor Arbeit fast verdoppelt. Die Reichen werden immer reicher, während die breite Schicht der Arbeiter_innen mit Realeinkommensverlusten zu kämpfen hat. Deshalb die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn von 1.700 Euro. Denn es gilt Ursachen zu bekämpfen, nicht nur Symptome.

Mehr unter: http://mobil.derstandard.at/2000031521063/Gruene-fordern-gesetzlichen-Mindestlohn-von-1-700-Euro-brutto

Tag 23

Tag 23 startet mit dem Klingeln des Weckers kurz vor 7:00. Zum Frühstück das gewohnte Bild aus Weißbrot, Honig und Marmelade. Plus Kaffee natürlich. Ich weiß, viele finden das zum Teil schrecklich ungesund, aber ich muss gestehen, mir schmeckt Weißbrot einfach am besten und meine Frühstücksgewohnheiten unterscheiden sich nicht wesentlich von denen in anderen Monaten. 

Nach dem Frühstück gibt’s nicht wirklich ein Verschnaufen, sofort geht’s los mit dem Trainingsprogramm. Alle Kids, die beim Tenniscamp dabei sind, sind voll motiviert und geben tagtäglich ihr Bestes. So macht Arbeit Spaß.

Nichts geht mehr „einfach so“.

In einer Pause mache ich mir kurz Gedanken zu Ostern und ob ich für ein paar Tage zu meinem Vater ins Burgenland fahre. Eine „ehrliche“ Rechnung lässt das eigentlich nicht zu. Ich kann mir diesen Monat weder Öffi-Tickets (hin und retour) ins Südburgenland leisten, noch viel weniger hätte ich das nötige Budget für Auto und Sprit. Dass die Öffi-Verbindungen ins südliche Burgenland noch dazu katastrophal ausgebaut sind, ist eine andere Geschichte, die ich hier aber auch nicht unerwähnt lassen möchte.

Jedenfalls wird mir einmal mehr bewusst, wie wenig Geld diese 232,50 Euro im Monat eigentlich sind.  Ich will gar keine Ostergeschenke kaufen, das machen wir familiär ja eh schon lange nicht mehr. Aber es scheitert schon an den Kosten der Mobilität. Pervers. Alle, die nach einer Kürzung schreien, schreien somit indirekt auch nach einer „Isolationshaft“ für sozial schwache Menschen.
Ich beschließe, Anfang April mal zu meinem Vater runter zu fahren, dann besuche ich auch das Grab meiner Mutter. Das ist mir wichtig, doch auch für solche Ausgaben (Blumen und Co.) wären im momentan engen Budget kaum Reserven vorhanden. 

Ich schummle also offen und ehrlich.  Es geht sich im März nicht aus, macht es der „Herr Politiker“ halt im April. Bei all den echten Betroffenen beginnt im April das Umdrehen eines jeden Cents erneut. Ich ärgere mich gerade über die schwarzen und blauen Realitätsverweigerer, denen 7,50 Euro am Tag für das eigene Leben zwar zu wenig sind, die aber anderen diese Leistung noch weiter kürzen wollen. Geht gar nicht. 

Die Menschen wollen keinen Verteilungskampf von oben.

Wie weit schwarz und blau da vom Willen der österreichischen Bevölkerung entfernt agieren, zeigt eine jüngst veröffentlichte Umfrage im Auftrag der Volkshilfe.

„79 Prozent finden, dass man lieber Vermögende höher besteuern sollte, als Kürzungen bei Leistungen für die Ärmsten vorzunehmen.“

Mehr dazu unter:
http://m.kleinezeitung.at/s/politik/innenpolitik/4952217/index.do

image

image

Mehr unter: http://de.slideshare.net/mobile/MelanieRami1/volkshilfe-sozialbarometer-mindestsicherung

Die Forderung Erich Fenningers, nach einer Aufstockung der Mindestsicherung, teile ich. Statt eines von schwarz und blau geführten Verteilungskampfes von oben, braucht es soziale Netze die so ausgestattet sind, dass sie Menschen auffangen und ihnen Perspektiven und Chancen zurück zu einem selbstbestimmten Leben ermöglichen.

Zurück zum Tag. Meine Ausgaben belaufen sich heute auf 8,95 Euro, was acht Tage vor Schluss ein verbleibendes Budget von 49,80 Euro ausmacht. Bleibt zu hoffen, dass im März keine allzu großen Ausgaben mehr anfallen. Bei den täglichen Ausgaben muss ich aber auch wieder stärker den Sparstift ansetzen, sonst wird das alles verdammt eng.

Tag 22

Tag zweiundzwanzig und ich mag heute nicht so recht aus dem Bett raus. Ich liege rum und denke nochmals lange über mein Interview/Gespräch mit Bernadette nach. Vieles an ihrer Geschichte beschäftigt mich in meinen Gedanken und das Gefühl, in einer ungerechten Welt zu leben, lässt sich noch schwerer als sonst wegdrücken. Ich möchte trotzdem noch ein, zwei Worte dazu verlieren. Ein ehemaliger Tenniskollege von mir hat rein von der Ausbildung und seinem Potential her ähnliches „mitgebracht“ wie Bernadette. Sie schloss zwei Studien ab. Er eines (Umweltmanagement). Sie spricht perfekt Spanisch. Er ebenso. Sie entschied sich nach ihrem Studium für eine Karriere als Autorin und engagierte sich in sozialen Projekten. Er bekam ein Angebot von Novomatic in Chile. Wer von beiden jetzt eine sorgenfreiere Geldsituation hat, brauchen wir nicht länger ausführen, aber dieses Beispiel zeigt sehr gut, in welchen Zeiten wir leben und wie wenig sozial- und geisteswissenschaftliche Tätigkeit wertgeschätzt wird. Nicht „produktiv“ genug in Zeiten des Neoliberalismus und eines Turbokapitalismus, der keine Sekunde das „gute Leben für alle“ im Blick hat. Ganz im Gegenteil geht’s in Wahrheit um die maßlose Bereicherung einiger weniger auf Kosten aller anderen.

Weiter im Bett liegend lese ich mir noch einige weitere Rückmeldungen durch und stoße dabei auf einen Musiker und vierfachen Vater, nennen wir ihn Bernd*, der mir folgendes geschrieben hat:

image

Das Echo auf meine Aktion ist riesig und die Zuschriften werden von Tag zu Tag mehr. An manchen Tagen bin ich echt überwältigt, wie sehr mich Menschen an ihrem Schicksal teilhaben lassen. Und teilen doch viele ein ähnliches Schicksal, so sind die Geschichten und Erfahrungen dahinter sehr verschieden. Ich möchte nochmals DANKE sagen, dass ihr alle mich tagtäglich begleitet. Dank euch fühlt sich das verdammt richtig an, was ich mache, meine Intention und meine Motivation dahinter sind, euer Sprachrohr zu sein. Ein Sprachrohr für die Menschen, über die von Seiten der Politik in den letzten Wochen und Monaten viel gesprochen wurde, mit ihnen allerdings kaum. Ich freue mich auch weiter über eure Anregungen, euer Feedback, eure Geschichten und eure Kritik. DANKE

Von 7,50 pro Tag sind mir gerade mal etwas mehr als 6,50 pro Tag geblieben…

Was gibt es zum heutigen Tag aus wirtschaftlicher Sicht zu berichten? Die Tagesausgaben belaufen sich am Ende auf 12,70 Euro. Ein Großteil der Ausgaben ging für den Superkleber drauf, der Rest für Verpflegung. Jetzt hoffe ich, dass meine Schuhe damit wieder „schlechtwetterfit“ sind, damit sich die schmerzhafte Ausgabe wenigstens gelohnt hat. Somit bleiben mir für die restlichen neun Tage 58,75 Euro. Macht 6,52 Euro pro Tag.

Together we stand, divided we fall.

image

Heute sind wir im Gedanken aber eigentlich alle bei den Opfern von Brüssel. Schreckliche Ereignisse wie diese hinterlassen Schock, Trauer und Wut. Jene Gefühle, die ich tagtäglich in mir spüre wenn ich die Bilder aus Syrien und von Europas Grenz(zäun)en sehe.
Heute sind wir als Nation Mensch mehr gefragt denn je. Lassen wir uns nicht von Terroristen, Nationalisten, Rassisten und Antisemiten auseinander dividieren.
Bekämpfen wir den Terrorismus und bekämpfen wir zugleich seine Ursachen. Das machen wir in dem wir Mut beweisen und mit MEHR FREIHEIT, MEHR DEMOKRATIE und MEHR SOZIALER GERECHTIGKEIT antworten.
Wir alle sind die Nation Mensch. Handeln wir endlich auch so!

Tag 21

Heute möchte ich eine ganz besondere Erfahrung mit euch teilen. Das Zusammentreffen mit Bernadette letzte Woche.

 

 

Ich bin sehr dankbar, dass Bernadette sich bereit erklärt hat, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Ihre Geschichte löst bei mir immer noch Gänsehaut aus und es hinterlässt mich verbittert, dass wir es nicht schaffen, Menschen mit ihren Potentialen und Möglichkeiten in unserer Gesellschaft willkommen zu heißen.
Ich will, dass sich das in Zukunft ändert. Daran müssen wir alle gemeinsam arbeiten. Und um Menschen wie Bernadette auf dem Weg dorthin nicht zu verlieren, müssen wir jetzt erstmal unser Sozialsystem gegen die schwarzen und blauen Angriffe verteidigen, um auch weiter in einer Stadt zu leben, die niemanden zurücklässt. Gemeinsam gelingt uns das!

In den letzten zwanzig Tagen bekam ich eine ganze Fülle an Zuschriften per Mail und auch Rückmeldungen auf anderen Kanälen. Darunter waren ganz viele persönliche Geschichten und Erfahrungen von jetzigen oder vergangenen Mindestsicherungsbezieher_innen. Die Geschichten waren so vielfältig und individuell verschieden. So unterschiedlich der Weg in die Mindestsicherung oft sein mag, so ähnlich sind im Alltag oft die Probleme: Sie drehen sich alle um die Frage, wie man/frau mit so wenig Geld auskommen kann. Und das in einer Zeit, wo Fußballer um hundert Millionen von einem zu einem anderen Verein wechseln. Wo Manager im zweistelligen Millionenbereich verdienen und wo die Politik gleichzeitig zulässt, dass große Konzerne wie Ikea, Starbucks, Google, usw. Millionenbeträge mithilfe von Steuerschlupflöchern am Fiskus vorbeischummeln. Wir leben in einer irren Welt. Und diese Welt lässt immer mehr Menschen zurück. Wir müssen diese Entwicklung stoppen. Das wird der zentrale Kampf unserer Generation sein. Beginnen wir, ihn gemeinsam zu kämpfen.

Mein Tag tritt heute in den Hintergrund.
Ich starte ins letzte Drittel meines Selbstversuches und da wir uns bereits in den Osterferien befinden, steht ein Tenniscamp mit meinen Tennis-Kids auf dem Programm. Hierfür gelten dieselben Regeln, wie für meinen Turniertrip nach Villach(siehe Tag 10). Ich habe von Beginn an klar gemacht, dass Job und Wohnung aus meinem Versuch ausgeklammert werden. Anders ginge es ja gar nicht. Mein Monat kann ohnedies nicht annähernd mit der wahren Situation von Mindestsicherungsempfänger_innen gleichgesetzt werden. Diesen Anspruch habe ich auch nie gestellt. Und genau deshalb ist es mir so wichtig, auch weiterhin echte Betroffene in meinen täglichen Beiträgen vorkommen zu lassen.

Kontostand zehn Tage vor Ende des Monats: 71,45 Euro.

Tag 20

Tag zwanzig und endlich war so richtig lange ausschlafen mal drin. Kein Wecker, aufwachen um 9:45, ein freier Sonntag und die Lust auf etwas Natur. Schnell ein paar Mails beantwortet, angezogen und dann ab mit den Öffis in Richtung „grünes Wien“. Ich habe mir heute den Nationalpark Donau Auen zum Spazieren gehen auserkoren. Ein wahrhaftig schönes Fleckchen Erde. Wandern in der Natur ist eine jener Beschäftigungen, die ich in diesem Monat noch mehr schätze als sonst. Viele sonstige Alternativen fallen schon allein aus Kostengründen weg. Umso mehr freue ich mich über das frühlingshafte Wetter und diese kostenlose Freizeitgestaltung der glücklich machenden Art.

Hierbei möchte ich erwähnen, dass die Stadt Wien Mindestsicherungsbezieher_innen mit dem sogenannten „Kulturpass“ ein Angebot zur Verfügung stellt, auch am kulturellen Leben der Stadt teilzuhaben. Definitiv eine gute Sache und eine wichtige Initiative. DANKE an alle, die das ermöglichen.
Die Aktion „Hunger auf Kunst & Kultur“ wurde 2003 von Schauspielhaus Wien in Kooperation mit der Armutskonferenz initiiert, um die Türen und Tore zu Kunst & Kultur auch für sozial benachteiligte Menschen zu öffnen.
Mehr Infos unter: http://www.hungeraufkunstundkultur.at/allgemeine_infos.html

Zurück zum Wandern. Ich habe natürlich meinen Rucksack dabei und ihn auch mit Verpflegung gefüllt, denn unterwegs mal schnell wo einkehren, das spielt es in diesem Monat wohl eher nicht. Die Ausgaben für meine Wanderverpflegung belaufen sich auf 3,49 Euro. Etwas Gebäck und ein Getränk. Außerdem habe ich den Honigspender von zuhause und eine Packung Cottage Cheese dabei. Ich bin also versorgt.
Am späten Nachmittag treffe ich mich dann noch mit einer Freundin zum politischen Austausch. Weil Sonntag ist gönne ich mir ein Cola. Das Zweite in dieser Woche. Dazu noch ein Snack. Damit schnallen die Tagesausgaben auf 5,49 Euro hoch. Spätabends stelle ich mir dann noch die übrig gebliebenen Penne vom Vortag in die Mikrowelle, dazu mache ich mir eine Dose Thunfisch aus dem Vorratslager auf. Dafür ziehe ich Kosten von 1,29 Cent von meinem Budget ab. Bleiben am Ende des Tages 81,03 Euro Guthaben.
Der tägliche Kampf um jeden Cent geht für mich noch elf Tage weiter, für all die wahren Betroffenen endet am Monatsende gar nichts und es beginnt mit 1. April der Kampf von Neuem.
FAKT: Heut möchte ich mal einen Blick darauf werfen, welche Einkommensgruppe profitiert, wenn die Löhne steigen?

Bildschirmfoto 2016-03-19 um 10.33.11.png

Klare Antwort: Die Reichen werden immer reicher und die Kluft zwischen arm und reich immer größer.
Zwischen 1967 und 2011 ist der Lohnanteil der ärmsten 20% um 65% gesunken, während der Anteil der 20% mit den höchsten Einkommen um 21% gestiegen ist. Der Einkommensanteil des reichsten Prozents ist um 36% gestiegen, der Anteil der reichsten 5% ist um 27% gestiegen.

Hier gilt es entgegenzusteuern. Die unteren Einkommen müssen wieder ein Auskommen mit dem Einkommen finden. Ein System, bei dem einige Wenige auf Kosten aller anderen profitieren ist inakzeptabel. Deshalb: REICHTUM GERECHT VERTEILEN!

 

Mehr unter: http://verteilung.at

Tag 19

Tag 19 startet für einen Samstag relativ früh. Der Wecker läutet um 6:15, wenige Minuten später sitze ich auch schon hinter dem Computer und arbeite alles ab, was die letzten Wochen liegen geblieben ist. Allzu viel Zeit habe ich dafür nicht, weil um 13 Uhr schon die große internationale Demo der Plattform für menschliche Asylpolitik beginnt und ich davor noch ein Transparent vom Hauptbahnhof abholen muss. Einmal mehr bin ich froh darüber, die 365-Euro-Jahreskarte zu besitzen und in einer Stadt zu leben, in der öffentliche Mobilität leistbar ist. Dafür bin ich echt dankbar. Menschen, die Mindestsicherung beziehen, haben die Möglichkeit, via Mobilpass eine Monatskarte um 17 Euro zu erwerben. Klingt günstig, bei 232,50 Euro Monatsbudget aber doch eine schöne Belastung. Hier gibt’s alle Infos rund um den Mobilpass, der zum Ziel hat, die Mobilität von sozial schwachen Menschen in Wien zu fördern:
https://www.wien.gv.at/amtshelfer/gesundheit/gesundheitsrecht/ausweise/mobilpass.html
Definitiv eine gute Sache. Ich wäre ja überhaupt für eine Freifahrt von sozial schwachen Menschen.
Bevor ich aber zur Demo aufbreche, nutze ich den etwas stressfreieren Samstagvormittag und koche mir mal wieder was. Es gibt Penne mit Tomatensauce, zum Nachtisch meine geliebten Biskotten mit Vanillepudding. Ein günstiges Menü um 3,20 Euro. Von den Penne ist mir freilich noch was übrig geblieben, so eine Großpackung verspeist man nicht auf einmal.

 

#M19: Internationale Demo für eine menschenrechtliche Asylpolitik


Auf der Demo selbst bin ich nur einer von tausenden. Wir alle gemeinsam fordern eine gemeinsame europäische Lösung anstelle egoistischer nationalstaatlicher Alleingänge und eine Asylpolitik, die Menschenrechte endlich wieder ernst nimmt. Schwarz und Blau versuchen die geflüchteten Menschen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Sie sind angeblich der Grund für den Angriff auf die Mindestsicherung. Schwarz und blau schreien laut Flüchtlinge, meinen aber ALLE. Denn wenn wir ihnen erst mal erlauben, bei Sozialleistungen zu kürzen, dann nimmt das kein Ende mehr und der Sozialstaat wird Schritt für Schritt ausgehöhlt. Die grüne Meinung hat unsere Vizebürgermeisterin im Gespräch mit der Presse sehr gut auf den Punkt gebracht:

„Das Prinzip Mindestsicherung wird vernichtet, wenn man beginnt, zwischen Mensch und Mensch zu unterscheiden. Ich warne alle, die glauben, dass es nur Flüchtlinge trifft – morgen sind es Alleinerzieherinnen, Geschiedene, Alte. Ich unterscheide nicht zwischen Menschen in Not.“ Maria Vassilakou
Mehr unter: http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4948697/Vassilakou_Die-Fluchtlinge-werden-nach-Wien-getrieben?_vl_backlink=%2Fhome%2Findex.do

Nach der Demo und vor der Demo gönne ich mir mit Freundinnen einen Kaffee. Ausgaben: 2x 1 Euro. Für’s Abendessen organisiere ich mir noch schnell ein paar Weckerl (Kostenpunkt: 89 Cent), Honig habe ich ja noch zuhause. Das reicht für einen kleinen Snack.

Den Abend lasse ich dann mit ein paar DVDs ausklingen und bin echt froh mal etwas „Couch-Zeit“ zu haben.

Am Ende des Tages bleiben mir 87,81 Euro für die noch verbliebenen Tage übrig.
Schließen möchte ich meinen heutigen Rückblick mit einem weiteren Feedback, diesmal von Sepp*:

Bildschirmfoto 2016-03-16 um 20.05.58.png

DANKE, dass ihr mich begleitet.

 

FAKT: 

97% der österreichischen Bevölkerung besitzt nicht mal soviel wie die reichsten 3%. Um exakt diese 3% geht es uns, wenn wir von ‪#‎Vermögenssteuern‬ sprechen. Nicht um die Häuslbauer oder um das Sparbuch von der Oma, wie euch die ÖVP immer einzureden versucht. Lasst euch nicht länger verarschen. Kämpfen wir gemeinsam für eine gerechtere Verteilung!
REICHTUM GERECHT VERTEILEN!

Bildschirmfoto 2016-03-19 um 10.31.19.png

Mehr auf: http://verteilung.at

 

In grüner Sache: 

Während der Demo erhielt ich eine extrem traurige Nachricht. Magda Sedlacek, langjährige Klubvorsitzende der Grünen Hernals, eine großartige Frau und eine stets ehrliche und entschlossene Kämpferin für die grüne Sache, ist heute Morgen verstorben. 

Mein aufrichtiges Beileid gilt ihren Angehörigen und Freund_innen.

R.I.P. Magda und DANKE für alles. 

https://hernals.gruene.at/themen/stadtplanung/wir-trauern-um-magda-sedlacek-klubobfrau-der-gruenen-hernals