Tag 28

Tag achtundzwanzig. Das Ende meines Selbstversuches nähert sich mit großen Schritten. Geld ist ohnehin keins mehr da, finanzieller Spielraum war auch nie wirklich einer vorhanden.
Heute lasse ich es ruhig angehen. Ausschlafen, in aller Ruhe frühstücken und dabei Nachrichten nachgucken. Fast nur bad news, wären da nicht die drei Vorwahlsiege von Bernie Sanders in Alaska, Washington und auf Hawaii. Es wird verdammt schwer, das „Race“ gegen Hillary Clinton noch zu gewinnen, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Und Barack Obama war schließlich auch ganz lange der „chancenlose Außenseiter“.

Den Vormittag verbringe ich hinter dem PC. Es hat sich wieder ordentlich Arbeit angestaut, sowohl von Seiten meiner Tennis Academy, als auch bei uns Grünen. Mails, Mails, Mails und dazu noch ein wenig inhaltliche Vorarbeit für die bevorstehende Arbeitswoche.
Zu Mittag koche ich mir, und jetzt dürft ihr dreimal raten…? Ja richtig, Nudeln. Heute mal wieder mit Cottage Cheese. Geht schnell, ist mega einfach zuzubereiten und schmeckt mir trotzdem. Den frühen Nachmittag verbringe ich heute auf Couch und Fußboden. Auf der Couch zum Schauen meiner Lieblingsserien (Akte X, The Walking Dead, Fringe,…) und am Fußboden für meine täglichen Fitnessübungen. Müsste ich nicht immer noch die Schiene tragen und wäre mein Außenband wieder 100% fit, dann würde ich heute unter Garantie laufen gehen. Das frühlingshafte Wetter ist echt ein Traum. Aktuell bleibt mir nur ein Spaziergang am späten Nachmittag. Den genieße ich in vollen Zügen. Ich komme bei einem Eisladen vorbei und der hat auch tatsächlich schon offen. Aber 1. hätte ich aktuell echt kein Geld dafür und 2. sind meine Halsschmerzen noch nicht ganz besiegt. Also lasse ich das lieber.
Unterwegs merke ich, dass eine Toilette jetzt von Vorteil wäre. Die erste, wie das Schicksal so spielt, ist aber eine „GEGEN GEBÜHR“. Nein danke, denke ich mir und hüpfe ins erste Restaurant und bitte darum, die Toilette benutzen zu dürfen. Das freundliche „Ja“ überrascht mich sogar ein klein wenig. Gut, immerhin 50 Cent gespart. Ich wäre ja ohnedies dafür, dass öffentliche Toiletten gratis sind, aber das ist eine andere Baustelle.

Später treffe ich noch Freund_innen und Kollegen zum gemütlichen Austausch. Georg war so lieb und brachte mir in einer Thermoskanne Kaffee mit. Und schon genossen wir den Yppenplatz ohne jeglichen Konsumzwang. Sehr cool war das.

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Versteuerst du schon oder versteckst du noch? Warum die Reichen immer reicher werden…
Am Abend setze ich mich nochmals vor meinen Computer und arbeite an meinem Blogbeitrag zum Tag. Dabei möchte ich heute natürlich auch wieder jene wenigen Prozent näher betrachten, die auf die „Butterseite“ des Lebens gefallen zu sein scheinen. Dazu gehören in jedem Fall große Konzerne wie Apple, Google oder auch IKEA. Anhand von Letzteren haben die europäischen Grünen und mit ihnen Michel Reimon erst kürzlich aufgezeigt, wie leicht Steuermillionen am Fiskus vorbei transferiert werden können. Einzige Voraussetzung: Man ist groß genug, um Briefkastenfirmen und Steuerschlupflöcher zu seinem Hobby zu machen.

https://www.reimon.net/2016/02/12/ikeas-steuertricks-versteuerst-du-schon-oder-versteckst-du-noch/

IKEA ist dabei aber längst kein Einzelfall, eher die Regel.
Ich sage es am Besten mit den Worten von Attac: „Die Rahmenbedingungen schufen Regierungen in aller Welt, die dem Steuerwettbewerb verfallen sind und eifrig Unternehmenssteuern absenkten sowie Tricksereien erleichterten. Das ist schon lange ein Skandal, angesichts der Krisen und verschärften Ungleichgewichte in Europa und weltweit jetzt aber gänzlich untragbar geworden. Die Steuervermeidungsindustrie muss gestoppt werden! Daher müssen die jetzigen Steuer-Schlupflöcher gestopft werden, und zwar richtig! Wir brauchen eine grundlegende Reform der Unternehmensbesteuerung und fordern die Gesamtkonzernsteuer/ Unitary Tax! Schluss mit der Bilanzen-Verhüllung und Gewinnverschieberei!“
Mehr Infos unter: http://www.attac.at/kampagnen/steuertricks-stoppen.html

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Dies verdeutlicht sehr gut und plakativ die allgemeine Situation in unserer Welt. Bist du erst „oben“, wird es dir in vielem recht einfach gemacht weiter „aufzusteigen“ und in überbordendem Reichtum zu leben. Leider gilt dasselbe auch umgekehrt. Bist du erst unten, wird es dir alles andere als leicht gemacht, da wegzukommen. Die Mindestsicherung ist ein „kleiner Anker“. Nicht, um nach oben in die „Suite“ des Lebens aufzusteigen, nein, aber immerhin verhindert sie das Abrutschen in den Keller.
Was wir brauchen, ist ein gesamtgesellschaftliches Umdenken. Es geht nicht an, dass die, die es sich richten können, auf Kosten der Masse immer reicher und wohlhabender werden.
Deshalb muss die Forderung nach einem SYSTEMWECHSEL verdammt laut sein: WIR WOLLEN DEN REICHTUM GERECHT VERTEILEN! Und gemeinsam schaffen wir das auch.

Nach dem Großeinkauf vom Samstag habe ich die beiden freien Tage fast ohne weitere Ausgaben überstanden. Einzig 1 Euro ging für einen Sesamring beim türkischen Bäcker drauf. Bleiben mir für die letzten drei Tage 10,07 Euro.

2 Gedanken zu “Tag 28

  1. Jede Leistung darf auf Anerkennung hoffen. Die 7,5€ pro Tag sind nicht überzeugend. Ich habe drei Monate von 140€ pro Monat gelebt, wobei an den Wochenenden auch noch meine Tochter mitverpflegt wurde.
    Alles nur eine Frage der Ein- und Aufteilung!

    Gefällt 1 Person

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