Tag 25

Tag fünfundzwanzig läutet die letzte Woche meines „Selbstversuches“ ein und der Tag beginnt denkbar ungünstig. Ich wache mit leichten Halsschmerzen auf. Wohl ein Ergebnis des Outdoorsports der letzten Tage. Bei diesem Übergangswetter ist das Verkühlungsrisiko ja immer gegeben. Gerade dann, wenn rund um einen schon fest gehustet und genießt wird.

Im Normalfall wäre mein erster Weg zur Apotheke und ich würde mir schnellstmöglich Lutschtabletten und eine Packung Aspirin complex besorgen. Deren Preise im Hinterkopf habend, entscheide ich mich aber anders. Denn ansonsten wären meine verbliebenen 40 Euro faktisch schon weg. Alles zu teuer. Da die Halsschmerzen noch nicht allzu schlimm sind, mache ich mich auf den Weg zur nächsten Drogerie und kaufe mir Salbei-Lutschbonbons. Wenn’s nicht hilft, schadet es zumindest nicht, denke ich mir.

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Über Tipps von eurer Seite, wie ich die nahende Verkühlung noch kostengünstig abwehren kann, freue ich mich natürlich. Ich hab keine Lust, zu Ostern zuhause herumzuliegen.

Die Salbeibonbons kosteten mich gerade mal 89 Cent. Gesamt kam ich heute auf Kosten von 9,40 Euro, darunter Ausgaben für Tee, der Rest für Essbares. Darunter heute auch viele Vitamine in Form von Obst. Denn auch das soll ja bekanntlich helfen und dem Körper neue Power geben.

Wieder wird mir bewusst, wie einfach ich es sonst mit derartig kleinen Alltagsproblemen habe und wie groß diese für viele andere Menschen sein bzw. werden können.

Ich betone an dieser Stelle immer, wie wenig meine Situation in diesem Monat mit der Situation von echten Mindestsicherungsbezieher_innen verglichen werden kann. Das war auch nie meine Intention. Umso mehr freut mich aufbauendes Feedback, wie jenes von Sabine.*

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Danke, dass ihr mich begleitet. Gemeinsam werden wir über diesen Monat hinaus daran arbeiten, dass die Welt wieder ein klein wenig gerechter wird.

Kontostand: 30,80 Euro

Fakt:
„Bin ich im Rahmen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung krankenversichert?
Im Rahmen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung werden alle LeistungsbezieherInnen, die
noch keinen Krankenversicherungsschutz genießen, von den Ländern zur gesetzlichen Kranken-
versicherung angemeldet. An Stelle der oft als stigmatisierend erlebten Sozialhilfekrankenscheine
tritt die E-Card. BezieherInnen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung kommen im Rahmen
der Einbeziehung in die gesetzliche Krankenversicherung dieselben Vergünstigungen zu wie Aus-
gleichszulagenbezieherInnen (z.B. Entfall der Rezeptgebühr). Die Krankenversicherungsbeiträge
werden von den Ländern übernommen.
Die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge richtet sich nach jenen, wie sie von und für Aus-
gleichszulagenempfängerInnen in derselben Haushaltskonstellation zu leisten wären.“

Quelle: Sozialministerium

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3 Gedanken zu “Tag 25

  1. Herr Kovac.

    Für mich ist es ein Rätsel wie sie es jedes Monat nur knapp schaffen mit den rund 230 € für Lebensmittel, Hygiene und Gesundheit durchzukommen. Wir sind eine vierköpfige Familie (2 Kinder 1,5 und 4,5 Jahre alt), die mit 400 € jedes Monat durchkommt. Damals zu meiner Zeit als Student hab ich mir für Wochentage ein Limit im Monat von 80€ gesetzt. Mit Wochenenden, bei denen ich rund 100€ benötigte, macht das ca. 180€ im Monat. Mit den 400€ fühlen wir uns aber keines Falls eingeschränkt, manchmal können wir im Monat sogar 1-3 mal ins Wirtshaus essen gehen. Grundsätzlich sehe ich das Problem bei den vielen „Extras“, die sie sich gönnen. Sie müssen halt Ihre Ernährung öfter mit Reis, Nudelgerichten oder Erdäpfel kompensieren.

    Die Mindestsicherung für eine Person beträgt laut Arbeiterkammer 837€ inkl. Wohnkosten. Selbst die Notstandshilfe beträgt über 90% des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes. Dabei kann man immer noch bis zur Geringfügigkeitsgrenze dazuverdienen. Das Arbeitslosengeld kann auch nicht unter den Ausgleichszulagenrichtsatz von rund 880€ im Monat fallen. Ich glaube daher in Österreich muss niemand fürchten, dass er auf der Straße landet, wenn er zumindest einmal im Leben 52 Wochen gearbeitet hat und das dürfte wohl nicht zu viel verlangt sein.

    Wir sollten eher unsere Enerige darauf richten, dass die Leute Arbeit bekommen und nicht, dass sie fürs Däumchen drehen bezahlt werden. Außerdem ist es für das persönliche Wohlergehen auch positiv, wenn man eine Aufgabe hat.

    Ich find es zwar gut, dass sie auf Armut aufmerksam machen wollen, aber wenn Sie das so „dramatisieren“ machen sie sich lächerlich.

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    • Lieber Herbert!

      Ich bin 22 Jahre alt und schlage mich mit 75€ im Monat durch…. Ich bekomme 775€ Notstandshilfe und ich will arbeiten um Gottes Willen aber NIEMAND stellt mich ein … Ich habe Fixkosten von ca 700€ also bitte sagen Sie nicht man kann nicht so leicht abrutschen… Hätte ich keine helfenden Eltern wäre ich schon Obdachlos… Und ich bin kein Flüchtling ich bin Österreicher und meine Vorfahren haben das Labd mitaufgebaut also warum werd ich so bestraft…??? Und dann kommen immer so blöde Kommentare ….

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