Tag 20

Tag zwanzig und endlich war so richtig lange ausschlafen mal drin. Kein Wecker, aufwachen um 9:45, ein freier Sonntag und die Lust auf etwas Natur. Schnell ein paar Mails beantwortet, angezogen und dann ab mit den Öffis in Richtung „grünes Wien“. Ich habe mir heute den Nationalpark Donau Auen zum Spazieren gehen auserkoren. Ein wahrhaftig schönes Fleckchen Erde. Wandern in der Natur ist eine jener Beschäftigungen, die ich in diesem Monat noch mehr schätze als sonst. Viele sonstige Alternativen fallen schon allein aus Kostengründen weg. Umso mehr freue ich mich über das frühlingshafte Wetter und diese kostenlose Freizeitgestaltung der glücklich machenden Art.

Hierbei möchte ich erwähnen, dass die Stadt Wien Mindestsicherungsbezieher_innen mit dem sogenannten „Kulturpass“ ein Angebot zur Verfügung stellt, auch am kulturellen Leben der Stadt teilzuhaben. Definitiv eine gute Sache und eine wichtige Initiative. DANKE an alle, die das ermöglichen.
Die Aktion „Hunger auf Kunst & Kultur“ wurde 2003 von Schauspielhaus Wien in Kooperation mit der Armutskonferenz initiiert, um die Türen und Tore zu Kunst & Kultur auch für sozial benachteiligte Menschen zu öffnen.
Mehr Infos unter: http://www.hungeraufkunstundkultur.at/allgemeine_infos.html

Zurück zum Wandern. Ich habe natürlich meinen Rucksack dabei und ihn auch mit Verpflegung gefüllt, denn unterwegs mal schnell wo einkehren, das spielt es in diesem Monat wohl eher nicht. Die Ausgaben für meine Wanderverpflegung belaufen sich auf 3,49 Euro. Etwas Gebäck und ein Getränk. Außerdem habe ich den Honigspender von zuhause und eine Packung Cottage Cheese dabei. Ich bin also versorgt.
Am späten Nachmittag treffe ich mich dann noch mit einer Freundin zum politischen Austausch. Weil Sonntag ist gönne ich mir ein Cola. Das Zweite in dieser Woche. Dazu noch ein Snack. Damit schnallen die Tagesausgaben auf 5,49 Euro hoch. Spätabends stelle ich mir dann noch die übrig gebliebenen Penne vom Vortag in die Mikrowelle, dazu mache ich mir eine Dose Thunfisch aus dem Vorratslager auf. Dafür ziehe ich Kosten von 1,29 Cent von meinem Budget ab. Bleiben am Ende des Tages 81,03 Euro Guthaben.
Der tägliche Kampf um jeden Cent geht für mich noch elf Tage weiter, für all die wahren Betroffenen endet am Monatsende gar nichts und es beginnt mit 1. April der Kampf von Neuem.
FAKT: Heut möchte ich mal einen Blick darauf werfen, welche Einkommensgruppe profitiert, wenn die Löhne steigen?

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Klare Antwort: Die Reichen werden immer reicher und die Kluft zwischen arm und reich immer größer.
Zwischen 1967 und 2011 ist der Lohnanteil der ärmsten 20% um 65% gesunken, während der Anteil der 20% mit den höchsten Einkommen um 21% gestiegen ist. Der Einkommensanteil des reichsten Prozents ist um 36% gestiegen, der Anteil der reichsten 5% ist um 27% gestiegen.

Hier gilt es entgegenzusteuern. Die unteren Einkommen müssen wieder ein Auskommen mit dem Einkommen finden. Ein System, bei dem einige Wenige auf Kosten aller anderen profitieren ist inakzeptabel. Deshalb: REICHTUM GERECHT VERTEILEN!

 

Mehr unter: http://verteilung.at

Ein Gedanke zu “Tag 20

  1. Guten Morgen!
    Ich komme einmal von einer ganz anderen Seite: Jener der Kleinunternehmerin. Wir sind als Verein organisiert, ich habe den Platz einer Geschäftsführerin. Und das bedeutet: Wenn es zwar vom Andrang her, nicht aber von den Finanzen her gut läuft (was für einen gemeinnützigen Verein auf dem Bildungssektor eigentlich der Normalzustand ist), dann schraube ich mein Gehalt für einige Monate auf Mindestsicherungsniveau herunter. Die anderen Angestellten bekommen Gehälter, die nicht wirklich hoch sind – aber der Arbeitgeber blutet sich an ihnen aus. Ein seltsames Gefühl: Wir übernehmen in unseren Tätigkeiten Aufgaben, die nur der Gesellschaft zugute kommen, die in vielen anderen Ländern vom Staat übernommen werden. Und dann müssen wir auch noch kräftig dafür zahlen, dass wir diese Arbeit machen 😦
    Eine Idee noch, die uns viel Ersparnis (und viel Freude) gebracht hat: Statt Kaffeehausbesuchen ein gemeinsames Kochen oder Kuchenbacken. Führt mit Garantie zu guten Gesprächen!

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