Tag 5

Ich möchte mich heute zuallererst bei euch dafür bedanken, dass ihr mich Tag für Tag begleitet und mir Feedback gebt. Ich freue mich über jeden Tipp, jede Unterstützung, genauso wie über Kritik. All das ist wichtig und hilft mir am Ende des Monats bei der Reflexion.

Ich möchte meinen heutigen Blogeintrag auch dazu nutzen, um auf einen kritischen Text hinzuweisen, dem ich viel abgewinnen kann. Auch wenn ich da selbst nicht gut wegkomme. Ich teile nicht die gesamte Kritik, aber doch weite Teile der Einschätzung, vor allem folgenden Satz: „Armut kann man/frau nicht im Selbstversuch lernen.“ Doch lies am besten selbst nach:

http://www.vice.com/alps/read/mindestsicherung-armut-und-selbstversuche-054
Nun zum Rückblick auf Tag 5…

Typische Wochenenden unterscheiden sich bei mir in der Regel nicht wirklich von Arbeitswochen. Diesen Samstag war ich auch voll im Einsatz. Zunächst zum vorletzten Mal beim Turnier in Wr. Neudorf. Ich habe mit meinen Kids mitgefiebert, konsumiert habe ich dort nur mein mitgebrachtes Wasser, einen Kaffee und zwei Semmeln. Kostenpunkt: 3 Euro.
Am Nachmittag hatte ich dann zwei Gesprächstermine, die sich in der dichten Arbeitswoche nicht ausgingen. Als Ort habe ich mich wieder für das Grüne Büro entschieden. Die Kaffeehäuser gehen mir ehrlich gesagt schon ein wenig ab. Ich mag sowohl die traditionellen Wiener Kaffeehäuser, als auch die modernen, egal ob bobo oder alternativ. Ab April dann wieder, denke ich mir und denke zugleich an alle wahren Mindestsicherungsempfänger_innen, für die am Ende des Monats gar nichts endet, sondern das Haushalten mit einem Guthaben von 232,50 Euro von Neuem beginnt. Es ist echt alles andere als die sogenannte soziale Hängematte, von diesem Betrag zu leben. Viele müssen sogar noch mit weniger auskommen. Allen Politiker_innen, die laut „Sozialschmarotzer“ brüllen und sich am Sozialabbau versuchen, sei ins Stammbuch geschrieben: „Macht mal diese Erfahrung und spürt am eigenen Leib, wie sich das anfühlt, dann werden eure Schreie nach sozialer Kälte eiligst verstummen!“
Es ist Samstagabend. Da gönnt man sich mal was, denke ich und entscheide mich nach kurzem Überlegen, ein Lokal zu besuchen. Am Ende konsumiere ich dort Getränke im Wert von 4,80 Euro und habe danach ein schlechtes Gewissen. Wenn ich so weiter mache, geht sich das bis zum Ende des Monats nie aus. Ich bin ehrlich gerade ein wenig angefressen auf mich und nehme mir fest vor, mich die nächsten Tage wieder mehr aufs Sparen zu fokussieren.

Beim finalen Blick in den Spiegel denke ich mir: „Rasieren könntest du dich auch mal wieder“. Beim Griff zur Klinge denke ich jedoch daran, was mich dieses Set gekostet hat, lege es zur Seite und befinde: „der Bart steht mir gut“. Am Montag werden Toilette- und Hygieneartikel eingekauft. Höchste Zeit.

Kontostand: 168,37 Euro
FAKT:

Das wahre Problem des Landes liegt in der ungerechten Verteilung des Vermögens. Die reichsten 5% besitzen in Österreich über die Hälfte des Gesamtvermögens. Die unteren 50% nicht mal mehr 4%.
vermoegensverteilung-Kopie1
Deshalb: REICHTUM GERECHT VERTEILEN! Es ist längst 10 nach 12!

2 Gedanken zu “Tag 5

  1. du bist im Mangel-Denken, wenn du besorgt auf deinen Kontostand schielst….konzentrier dich doch auf die Fülle, die uns umgibt, dann wirst du sie in dein Leben ziehen ❤
    Solange du deine Einstellung beibehaltest, kann gar nix positives passieren. AllesLIEBE dir!

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  2. Wenn du Rechnung hast vom
    Kaffee , wird dir jeder Supermarkt gemahlenen Kaffee in Bohnen umtauschen , steh den Grünen sehr skeptisch gegenüber, mir gefällt es das du versuchst nachzuempfinden wie es mindestsicherungsbeziehern geht, du vergisst das es darunter auch chronisch kranke geben wird und man ist als mindestsicherungsbezieher nich automatisch rezeptgebühren befreit, angenommen man braucht ständig 4 Medikamente reduziert sich Geld für Monat um 22, 80, hat man Pflegefall wirds auch eng, sobald zu pflegende Person im Spital ist fällt Pflegegeld weg und wie zahlt man dann das Taggeld im Spital, diese Frage stellt sich sehr oft, da gibt’s sovieles was nicht sozial verträglich ist

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