Spiel mit dem Feuer

Oberösterreich hat gewählt. Und während sich die einen beim Ergebnis zu fürchten beginnen, wird der Boulevard morgen den Blick nach Wien richten und weiter das Duell um die Hauptstadt herbei beschwören. Ein Duell, dass es zum Glück (noch) nicht gibt. Was es jedoch gibt, ist folgendes: das Elend von schwarz und rot. Überall dasselbe Leiden mit wechselnden Charakteren. Ein Leiden, dass mittlerweile nachhaltig den sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Frieden in unserem Land gefährdet. Warum? Weil dieses Leiden, diese täglich gelebte und vorexerzierte Unfähigkeit, der FPÖ den Nährboden bereitet.

Was ist das wirklich bedrohliche an dieser Wahl? Die 30% der FPÖ? Nein. Es ist das Spiel mit dem Feuer. Die Ignoranz der Mächtigen aus schwarz und rot. Die werden, personell unabhängig, denn der Zustand ist längst systemimmanent, so weiter machen wie bisher. Sie werden sich abputzen, dem aktuell beherrschendem Flüchtlingsthema die Schuld geben und die nächsten Jahre so weiter arbeiten wie bisher. Nämlich reaktiv regieren, statt mutige, aktive, zukunftsorientierte Politik zu wagen. Sie werden im Bund über Jahre wieder die Asylgesetzgebung verschärfen, wenig bis keine Lösungen auf akute gesellschaftliche Probleme haben und dann kurz vor wichtigen Wahlen, aus Angst vor dem eigenen Schatten, ein Duell gegen den Feind von rechts ausrufen, denn man davor selbst groß gemacht hat. Nur jedes dieser Duelle hilft auch wieder dem „angeblichen“ Feind von rechts.

Wahlanalysen zeigen, das Flüchtlingsthema war das wahlentscheidende Thema. Aber warum war es das? Weil rot und schwarz seit Jahren Antworten auf entscheidende Fragen schuldig blieben und zugleich für viele Menschen das Leben nicht mehr leistbar ist. Wer darf für dieses Versagen dann als Sündenböcke herhalten? Richtig, stets die Ärmsten.

#refugeeswelcome

Mein Österreich. Mein Europa ist für die Menschen da. Für die, die hier leben und ebenso für die, die zu uns kommen, weil sie ihre Heimat verlassen mussten. Das Europa, dass wir jedoch aktuell zu sehen bekommen, besteht aus viel zu vielen nationalistischen Ar***löchern, die vor Flüchtenden ihre Grenzbalken runterklappen. Sie alle haben die Idee von Europa nie verstanden und treten den Grundwert der Solidarität mit Füssen.
Damit sind in erster Linie nicht die Menschen Europas gemeint, sondern viel mehr ihre Politiker, die sich vor den Straches, Le Pens und Wilders dieser Welt zu Tode fürchten und die Ärmsten quasi für ihr Versagen in ganz anderen Bereichen bestrafen. Wäre Reichtum gerecht verteilt, würde Arbeitslosigkeit ernsthaft und mit den richtigen Mitteln bekämpft, wäre Wohnen leistbar und hätten alle dieselben Bildungschancen, dann könnten die rechtspopulistischen Hassprediger so laut schreien, wie sie nur können. Es würde sie nur keiner hören.
Die Flüchtlinge sind also keine Gefahr, die Gefahr sind wir selbst, wenn wir nämlich aufhören, Mensch zu sein.

Was heisst das nun für Wien?

Für Wien heisst das vor allem eines: Die GRÜNEN stärken. Grün wirkt als Einziges und am Besten gegen blau. Warum werdet ihr jetzt fragen. Warum könnt ihr nicht im selben Ausmaß von der schwarzroten Unfähigkeit profitieren? Weil unser Politik nicht auf purem Populismus auf Kosten anderer ruht. Wer einfach nur NEIN sagen will, wählt FPÖ. Wer nachhaltig Österreich zum Guten verändern will, wählt Grün. Nächste Chance am 11.10. Zeigen wir Wiener_innen den Mut, den so viele Politiker_innen missen lassen. Fallen wir nicht auf den roten Duell-Schmäh rein und wählen die Partei, der wir zutrauen uns auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten, sprich jene Partei die Lösungen hat.
Das sind nicht rot und schwarz. Die verwalten lediglich den Rest, der ihnen noch geblieben ist. Und das sind noch viel weniger die blauen Banditen. Die sind überall dagegen und Lösungen haben sie keine. Sind sie an der Macht halten sie lediglich die Hände auf und greifen rasch und tief in die Hosentaschen der Steuerzahler_innen.
Wer blau nicht will, und das ist die Mehrheit, wählt diesmal GRÜN.

Für ein leistbares „Wohnzimmer“ Ottakring. Aufwertung JA, überbordende Gentrifizierung NEIN.

Gentrifizierung ist wie eine gute Serie, die ab der sechsten Staffel immer schlechter zu werden beginnt. Aber beginnen wir mal von vorne.

Es war einmal das Brunnenviertel. Ein Grätzl, in dem viele alte Häuser und heruntergekommene und dem Verfall freigegebene Wohnungen standen. (Fast) niemand wollte hier herziehen. Zumindest niemand, die/der es sich aussuchen konnte.

Bis auf ein paar wenige Künstlerinnen und Künstler. Für sie war das Viertel eine wahre Inspiration, eine Chance, in einem günstigen Umfeld in leerstehenden Geschäftslokalen, Studios und Ateliers einzurichten. Immer mehr Künstler_innen kamen so nach Ottakring und auch der Bezirk hatte die Zeichen der Zeit erkannt und begann in eine Aufwertung zu investieren. Den Künstler_innen folgten die Student_innen und EU-Bürger_innen, die sich in diesem aufblühenden, kreativen und immer noch günstigen Umfeld pudelwohl fühlten. So wurde das Brunnenviertel immer hipper und schaffte es in wenigen Jahren vom Platz wo niemand wohnen wollte, zum „place to be“. Dies zeigt auch ein Blick auf die Reiseführer Wiens. Der Brunnemarkt und der Yppenplatz dürfen da nicht fehlen. Sie gelten als ein hippes, aufstrebendes Künstler_innenviertel, das besucht werden muss.

Der Kunst folgte die Gastro. Diese krallte sich vor allem den Yppenplatz; auch kein Fehler, trugen doch Schanigärten und Co. wesentlich zur Aufwertung und Verkehrsberuhigung dieses Teils des sechzehnten Bezirkes bei. Soweit zum guten Teil der Serie, bis Staffel 5.

Wir befinden uns aktuell wohl schon eher in der sechsten oder gar siebten Staffel. Längst haben Immobilienhaie und Spekulanten das Brunnenviertel als ihre ganz persönliche Goldgrube entdeckt. Und sie arbeiten zielstrebig daran, den Charme des Viertels nach und nach zu zerstören. Es kann nicht sein, dass Künstler_innen und Studierende, die in der ersten Phase der beginnenden Gentrifizierung nach Ottakring gezogen sind und selbst maßgeblichen Anteil an der Aufwertung des Brunnenviertels hatten, jetzt wieder aus ihren Wohnungen, Studios und Ateliers ausziehen müssen. Wir wollen den Charme des aufgewerteten Brunnenviertels erhalten und das langfristige Abdriften in eine „Schickimicki-Area“ verhindern. Das schafft man aber nur mit einem entschiedenen Vorgehen gegen Immobilienspekulation und mit einer dringend notwendigen Mietrechtsreform. Dafür ist es längst 5 nach 12. Handeln wir jetzt, damit Ottakring ein leistbares „Wohnzimmer“ für uns alle bleibt!

Die Politik hat sich lange genug mit der Aufwertung gerühmt. Sie hat diese Aufwertung aber nicht alleine zustande gebracht, sondern gemeinsam mit den oben beschriebenen Menschen, die sich jetzt das Leben dort schon bald nicht mehr leisten können. Wollen wir das?

Nein, mit Sicherheit nicht! Und deshalb ist es die Pflicht der Politiker_innen sich kein Blatt mehr vor dem Mund zu nehmen und offen über Verstaatlichung und Enteignung zu diskutieren. Wir dürfen die Menschen nicht als Spielball den Immobilienhaien überlassen und müssen alternative Wege finden, wie eine Gentrifizierung auch einen nachhaltig, positiven Nutzen für uns alle haben kann. Damit unser Ottakring, unser Wien für uns alle leistbar bleibt.

Die Grünen Ottakring und die Jungen Grünen Ottakring haben sich in einem Videoclip gemeinsam der Sache angenommen. Diesen Clip kannst du unter folgendem Link nachsehen:

https://www.youtube.com/watch?v=Mzb-6zU2b68