Lieber Herr Landeshauptmann Hans Niessl.

Ich schicke ihnen mit diesem Brief mein Verdienstzeichen und ein paar Worte der Erklärung.

Als ich im Jahr 2001, mit 17 Jahren, diese Anerkennung von ihnen verliehen bekam, war meine Freude groß. Sie war nicht deshalb groß, weil ich auf derartige „Schmuckstücke“ stehe, sondern es war eine Auszeichnung, die meine Eltern damals extrem stolz machte, allen voran meine Mum. Und diese Eltern haben mich gelehrt, im Leben immer um alles zu kämpfen, nie auf zu geben und zu sich selbst immer ehrlich und aufrichtig zu sein. Das Verdienstzeichen war für mich ein Symbol der Anerkennung für die vielen Stunden schweißtreibender Arbeit am Platz und zugleich ein DANKE an meine Eltern, die unfassbar viel an Zeit und Geld in mich investiert haben. Meine leider viel zu früh an Krebs verstorbene Mum, kämpfte mit all den ihr verblieben Kräften für meine Ziele und Träume und mein Dad, opferte seine letzten Minuten Freizeit um mich selbst in den schwersten Stunden zu den Trainings und von dort wieder zurück nachhause zu bringen. Und diese Auszeichnung machte meine Eltern stolz, ich sah das Glitzern in ihren Augen, und deshalb, ja deshalb fand ich sie damals auch irgendwie cool.

HEUTE lässt mir genau das, keine andere Wahl, als ihnen diese Auszeichnung wieder zurück zu senden. Denn wie schon gesagt, lernten mir meine Eltern vor allem EINES: „Sei immer ehrlich zu dir selbst.“ Und diesem Grundsatz kann ich nur die Treue halten, wenn ich mich von dem von ihnen verliehenen „Schmuckstück“ trenne.
Denn, ich will kein Verdienstzeichen eines Landes bei mir im Kasten haben, welches regiert wird von Menschen die ihre Politik auf dem Rücken der Ärmsten machen. Sie, Herr Landeshauptmann, betten sich mit RASSISTEN und bilden eine Regierung mit einer Partei, die mit den Ängsten der Menschen spielt und die Spaltung der Gesellschaft zum Ziel hat.
Ich weiss ich setze damit nur ein kleines Zeichen. Ein klitzekleines. Aber besser ein solches, als keines.

Wie können sie nachts ruhig schlafen, wenn sie wissen, was sie den Burgenländer_innen, ihrer Partei und Österreich angetan haben, in dem sie diese Rechtsextremen in eine Regierung holen, und damit salonfähig machen. Sie haben da etwas losgetreten, dass viel zu groß für ihre kleinen Fußabdrücke ist. Wozu? Um noch ein paar Jahre mehr auf dem Landeshauptmann Sessel zu kleben. Sind sie in die Politik gegangen weil sie Überzeugungen hatten und für die Menschen was gutes wollten, oder wollten sie nur für sich und ihr Geldbörsel was gutes?

Die SPÖ Burgenland ist ohnedies schon lange nur noch eine leere Hülle einer Sozialdemokratie. Daran sind sie nicht alleine schuld, aber sie müssen sich nicht nur den Vorwurf gefallen lassen, nichts dagegen getan zu haben, sondern diese Entwicklung sogar noch verstärkt zu haben.

Ich bin im südlichen Burgenland in einem sozialdemokratischen Haushalt aufgewachsen. Die Werte, die ich dort mitbekam, konnte ich bei ihnen und bei der SPÖ Burgenland jedoch nie finden. Nicht mal ansatzweise. Der Umgang der burgenländischen Sozialdemokrat_innen mit der eigenen Verantwortung hat mich schon in meiner Kindheit zutiefst erschüttert. Mein Heimatort Rechnitz hat eine dunkle Vergangenheit und lebt mit einer großen Verantwortung. Dies hab ich in meinem allerersten Blogbeitrag schon einmal ausführlicher geschildert. An dieser Stelle ein kurzer Auszug:

Rechnitz trägt eine schwere Last und eine große Verantwortung auf seinen Schultern, der es bis heute nicht nachgekommen ist. Beim „Massaker von Rechnitz“ wurden in der Nacht von 24. auf 25. März 1945 an die 200 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter ermordet. Ihr „Massengrab“ wurde bis heute nicht gefunden.

Genauere Infos gibt’s hier: http://www.kreuzstadl.net/index_long.html und hier: http://www.praesens.at/praesens2013/?p=1929

Aber was hat das nun konkret mit meinem politischen Antrieb zu tun? Eine ganze Menge! Rechnitz ist eine mit großer Mehrheit sozialdemokratisch regierte Gemeinde. Hier zeigte sich nach dem Zweiten Weltkrieg, wie die Reintegration ehemaliger Nazigrößen bedenken- und gewissenlos funktionierte. Der ehemalige stv. Gauleiter Portschy betrieb bis in die späten 1990er Jahre das größte Dorfgasthaus, wo Politprominenz sich von rot über schwarz bis (natürlich) blau die Klinke in die Hand gab und die bedeutendsten Bälle und Events des Ortes mit größter Selbstverständlichkeit zelebriert und gefeiert wurden. Gleichzeitig wurde bis heute keine ernst zu nehmende Aufarbeitung der historischen Vergangenheit versucht. Vielmehr empfinden Sozialdemokrat_innen, Bürgerliche und Freiheitliche, in nicht auszumalender Geschlossenheit, die gesamte Geschichte als Ballast und trugen einst und jetzt ihres dazu bei, dass an der historischen Wahrheit vorbeigelebt wird und man sich im besten Falle selbst belügt. Die Familien der Opfer haben ihre Angehörigen bis heute nicht würdig bestatten können. Allein schon, wenn ich darüber schreibe, kommt die Wut darüber erneut in mir hoch. Dieser Background und eine auf allen Ebenen zunehmend stärker werdende FPÖ waren der entscheidende Impuls für den Beschluss, selbst politisch aktiv zu werden. Und da gab es für mich von Anfang an eigentlich nur eine Option: Die GRÜNEN. Weil sie die EINZIGEN sind, die glaubhaft und mit aller Vehemenz gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auftreten und dafür einstehen. Das macht mich jeden Tag stolz, ein GRÜNER zu sein. Und das gibt mir jeden Tag neue Kraft, für die Menschen und ihre Rechte da draußen zu kämpfen.

Ich weiss nicht ob sie diesen Brief jemals lesen? Ich weiss nicht ob ich mit meinen Worten zu ihnen durchdringe? Ich weiss nicht, ob noch irgendwo in ihnen drinnen, diese Werte schlummern, die sie einst dazu bewogen haben, in die Politik zu gehen? Ich weiss nur EINES. Ich musste ihnen diese Zeilen schreiben und dieses Verdienstzeichen zurück schicken. Denn das sind meine Werte. Das ist meine Haltung. Und die besagt, dass eine solche Auszeichnung, so nett sie einst auch mal war, NICHTS wert ist, wenn man sie von einem Mann bekommen hat, der sich mit RASSISTEN bettet.

Und wenn sie sich jetzt wieder selbst belügen und die Mär von „Die FPÖ Burgenland ist anders…“ einreden, dann setzen sie sich vor ihren Computer und sehen sich folgende Seite an. Das sind ihre neuen Facebook-Freund_innen, auf die sie ja ach so stolz sind….   www.eaudestrache.at/

Sie kennen sicher das Zitat: „Politik ist die Kunst, Probleme zu lösen, ohne neue größere zu schaffen.“ Sie sind an dieser Kunst, kläglich gescheitert. Sie haben sich und UNS Probleme geschaffen, die noch viel größer werden können, als wir es uns heute ausmalen können und wollen.

Schämen sie sich, Herr Landeshauptmann. Andere dürfen und müssen sich jetzt wieder an der Kunst versuchen, die von ihnen losgetretenen Probleme und Dynamiken, zu lösen. Die, welche das schaffen, haben sich dann in jedem Fall ein Verdienstzeichen verdient. Ich spende ihnen meins.

Joachim Kovacs

5-facher Burgenländischer Landesmeister Tennis Jugend Einzel, 1x Staatsmeister Tennis Jugend Doppel, mehrfacher Mannschaftsmeister

72 Gedanken zu “Lieber Herr Landeshauptmann Hans Niessl.

  1. …das ist aber jetzt ein Scherz oder?
    …wird das ganze jetzt zu einem Kindergarten, das wir als Trotzreaktion Auszeichnungen zurückgeben oder Berichterstattungen die die FPÖ betreffen, fälschen. Was soll das ganze jetzt…wer hetzt hier wem?

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    • @grunzi (nomen est omen?): Sie haben das Schreiben aber schon gelesen und verstanden, oder? Es ist keine Hetze wenn man die Wahrheit sagt. Die FPÖ, deren Sympathisant Sie offenkundlich sind, nimmt es da bewiesenermaßen weniger genau. Aber das werden Sie wohl nicht verstehen wollen oder können.

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      • @Herr Witzmann, ich habe es verstanden aber anscheinend haben sie etwas nicht verstanden…wir leben in einer Demokratie wo freie Meinungsäußerung herrscht deswegen ich ja nicht gleich ein blauer Anhänger sein muss, oder? Also bleiben sie mit Ihrer Äußerung bitte in Ihrem Bereich der Vernunft. Meine Aussage bezieht sich hier nicht nur um diesen Kommentar sondern es dreht sich darum was sich in letzter Zeit auf politischer Ebene entwickelt. Und die Richtung ist vorprogammiert wenn nur mehr gegen blau gewettert wird und das scheinen sie wohl nicht zu verstehen wollen oder können…Herr Witzmann

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      • Liebes grunzi (Herr oder Frau, weiß ich nicht): Berichterstattungen betreffend die FPö braucht man nicht fälschen. Die Disqualifizieren sich sowieso selbst und ihre Floskeln sind selbsterklärend. Das erkennen Menschen, die sich in meinem Bereich der Vernunft bewegen, sehr gut. Deshalb reagieren sie auch und deshalb hat dieser Volksverhetzer Strache zum Glück auch nur an die 20%. Sollte es jedoch mit dem Bildungsniveau in Österreich weiter bergab gehen, wird er wohl dazu gewinnen. Jetzt können Sie wieder zurückgrunzen, was aber leider unbeantwortet bleiben wird, da dazu alles gesagt wurde und es mir genügt, dass es Menschen wie Joachim Kovac gibt.

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      • sie haben es richtig angeschnitten…Herr Witzmann…es gibt hier nichts mehr zu sagen da sie sich mit ihren Äußerungen selbst ins Nirvana abschieben. Das einzige was ich trotzdem gern loswerden möchte ohne jetzt auf ihr Niveau abzudriften ist….sie sind ein Witz Herr Witzmann…sprach grunzi und machte sich vom Witzmanns Acker 😊
        Herr Kovacs…auch wenn es von gewissen Individuen falsch verstanden wurde…mein Posting sollte nicht sie persönlich angreifen sondern nur das aussagen was sich mit Sicherheit einige auch denken werden…wenn man zuviel gegen eine Partei wettert, wie es auch rot und schwarz mom tun kann der Schuss auch rückwärts losgehen und das will wohl keiner ansonsten, und das hab ich leider verabsäumt wurde der Text von Ihnen sehr gut formuliert…

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    • Seins nicht so wehleidig.
      Gegen alles und jeden Hetzen und dann mimimi machen, wenn einen halt manche deswegen verachten. Das ist die FPÖ. Das sind ihre Anhänger.

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      • Lb Herr Kovacs
        sehr beeindruckend von ihnen.Ich bin in Wien lebender Kärntner Musiker. Wir in Kärnten baden jetzt und in den nächsten 20 Jahren wohl die „Sch…..“ die die Kärntner Riege der rechtsorientierten Politik(Haider und Bubis) mit ihren grinsenden ,solargebräunten Gesichtern(so seh ich sie noch immer vor mir) aus. Kärnten leidet nicht nur finanziell(HYPO) ,sondern muss nun unter grossen Anstengungen auch den guten Ruf wieder herstellen.
        Sie sind mit ihrem „Kampf“ gegen soche Machenschaften sicher nicht alleine.
        Wünsche ihnen viel Energie(die sie als Sportler sicher haben) in ihrern zukünftigen Tätigkeiten…und weiterhin Mut zur Wahrheit. EinWort,das heutzutage leider an Bedeutung verloren hat.
        Alles Gute!!!
        Hubert Waldner
        PS
        Miteinander JA,aber nicht um jeden Preis!

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  2. Meine allergrösste Hochachtung zu diesem Schritt. Ich wünschte mir, dass es in Österreich mehr
    Leute ihres Schlages gäbe. mfg Günter Witzmann

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  3. Bin sehr beeindruckt. Haltung, Charakter, Überzeugung, historische Bildung. Kenne natürlich die politische Situation im Burgenland nicht näher, aber Sie haben zweifellos Mut und wagen sich uneitel für Ihre Einschätzung aus der Deckung..

    Ihre Eltern habe Sie ganz offensichtlich die richtigen Sachen gelehrt. Hans Zirkowitsch, Bad Vöslau

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  4. Ich ziehe meinen Hut! Auch wenn es nur ein kleiner Schritt ist, so ist es doch persönlich sicher ein großer. Vor allem wäre es wichtig, wenn in Österreich viel, viel mehr Leute so Rückgrad zeigen würden. Danke dafür.

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  5. Wir brauchen definitiv mehr Menschen mit dieser Einstellung, leider ist der antifaschistische Grundkonsens in Österreich schon sehr ausgehöhlt und JA die FPÖ ist ganz offensichtlich eine faschistoide Partei, sieht man alleine schon an der Aktion in Salzburg, wenn Strache im Alleingang Leute aus der Partei werfen kann, hat das mit demokratischen Strukturen nichts, aber auch gar nichts zu tun, früher nannte man das mal „Führerprinzip“.
    Meinen tiefst empfundenen Respekt für diese Entscheidung.
    Ich bin mir ziemlich sicher, Ihre Mutter wäre sehr stolz auf Sie!

    Mit besten Grüßen aus dem salzburger Pinzgau!
    Andreas-Johannes Biberhofer

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  6. Auch von meiner Seite, aus der eigentlich wunderschönen Steiermark, die aber gerade ein erschütterndes Wahlergebnis zu verdauen hat und die der FP-Regierungsbeteiligung (gerade noch) von der Schaufel gesprungen ist, Respekt und Dank für Ihren Schritt und Ihr Schreiben. Leider ist sicher nicht nur Herr Niessl vernunftimmun, sondern offensichtlich auch viele andere Politiker, sei es, weil auch sie mit der FPÖ liebäugeln, sei es, weil sie durch Unfähigkeit zu sachorientierter und zukunftsgerichteter Politik den Boden für die FPÖ noch weiter bereiten. Von den AnhängerInnen und WählerInnen der FPÖ ganz zu schweigen, die sich offensichtlich vollständig einer Führer/Messias-Heilserwartung ergeben haben. Beängstigend. Trotzdem, nochmals Respekt, und ich äußere die Hoffnung, dass es vielleicht noch weitere Zeichen einer mitdenkenden BürgerInnenschaft in Österreich gibt, und beste Grüße aus Graz!
    Ihr Gernot Wildner

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  7. Was für eine billige und polemische Aktion Hr. Kovacs. Gerade in so schwierigen Zeiten wie heute (politisch wie wirtschaftlich- siehe aktuelle Ereignisse), sollten wir zusammenhalten und nicht durch solche Handlungen „die Spaltung der Gesellschaft“ vorantreiben. Ich schäme mich für Sie!! Was für ein Kindergarten. Ich dachte, Sie hätten auch verlieren gelernt. Aber die Grünen waren noch nie gute Verlierer.

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  8. Die Welt braucht viel mehr Menschen wie dich lieber Joachim! Ich kenne weder dich noch deine Familie aber ich denke deine Mutter wäre nie stolzer als in diesem Moment für so viel Größe!

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  9. Sehr geehrter Herr Kovacs!

    Sehr aufmerksam habe ich Ihre Zeilen gelesen. Es ist sicher ein großer Schritt diese Auszeichnung zurück zu senden. Sie habe meinen Respekt für Ihre Tat und Ihr „Outing“ Grün zu wählen. Auch ich bin als Pinkafelder nicht glücklich mit unserer neuen Landesregierung. Allerdings kann die FPÖ eigentlich in dieser „Minderheitsregierung“ nicht wirklich Schaden anrichten, höchstens blockieren.
    Soweit finde ich die Idee mit der FPÖ zu regieren und 5 Jahre lang dem Volk zu zeigen, dass auch dadurch sich praktisch nichts ändert gar nicht so schlecht.
    In der Oppositio ist es leicht alles schlecht zu machen, manches zu blockieren und Vorschläge und Ideen publik zu machen, die völlig realitätsfremd sind. Ich mache mir um die FPÖ keine Sorgen mehr. Durch die Regierungsbeteiligung nimmt Nissl ihnen den Wind aus den Segeln. Jetzt können sie nicht mehr schimpfen und schreien, jetzt müssen sie mal arbeiten und erklären – nämlich warum sie plötzlich nicht regieren können und warum sie ihre Wahlversprechen nicht halten können. In 5 Jahren gibt es wieder eine Abrechnung, lassen Sie sich überraschen.

    Noch etwas Herr Kovacs: Sie haben dieses Verdienstzeichen von Ihrem Land bekommen 2001. Unser Landeshauptmann ist der gewählte Vertreter unseres Volkes. Sie haben es also von uns allen bekommen und es macht mich stolz, dass Sie es bekommen haben.

    Tragen Sie es als stolzer Burgenländer, Österreicher, Europäer seien sie stolz auf Ihr Land und Ihre Leistung. Wenn Sie diesen Wahlausgang als falsch betrachten, können Sie in 5 Jahren wieder ein Zeichen setzen. Ich werde Sie gerne dabei unterstützen.

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  10. Ich weiß nicht, ob ichs auch so gemacht hätt, aber irgendwas muss man tun. und das haben sie. das ist sicher tausendmal besser als mein tausendmaliges „irgendwas muss man tun“. dafür meinen respekt!

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  11. Respekt und Gratulation zu Ihrer Haltung und Handlung! Ich hoffe nur, dass wir nicht demnächst in der Minderzahl sind und Hetze und Hass über uns in einer gespaltenen Gesellschaft zusammenschlägt. Danke für die öffentliche Äußerung Ihres Unmutes! Ich bin bei der Bildung der Schwarz-Blauen Regierung aus dem ÖAAB ausgetretenen und habe an meiner Dienststelle einen offenen Brief über mein Entsetzen ausgehängt. Sonst kann man nicht aufrecht gehen! LG

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  12. „Toleranz gegenüber dem Bösen ist ein Verbrechen“ soll der Schriftsteller Thomas Mann einmal gesagt haben. Und dass die FPÖ abgrundtief böse ist, dass sie skrupellos auf dem Rücken wirklich Not leidender Menschen ihre politische Ranküne schmiedet, dass sie die Schreie der Verzweifelten am liebsten im Lärm der Flugzeugmotoren erstickt (Belakowitsch-Jenewein), ja abgetötet sehen möchte, das kann wohl niemand bestreiten, der sich mit Kaderpersonal dieser Partei schon einmal länger als 5 Minuten politisch unterhalten hat.

    Ich bewundere aufrichtig Ihre Zivilcourage, die Ihnen leider nicht nur Applaus eintragen wird. Niessl ist ein rückgratloser Sesselkleber, der schleunigst in den Ruhestand gehört. Er hat seiner Partei ungeheuren Schaden zugefügt.

    Äußerst beachtlich und richtig ist schließlich Ihr Hinweis auf die immer schon indifferente, um nicht zu sagen gleichgültige Position der burgenländischen SPÖ zur Ausmordung der jüdischen Bevölkerung während der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus. Wie ich aus eigener Lebenserfahrung weiß, tun sich hier wahre Abgründe auf. Kaum ein Tag, an dem „honorige“ SPÖ-Mitglieder ihren negativen Vorurteilen gegenüber Juden und allem Jüdischen nicht unverschämt freien Lauf ließen. Zum Erbrechen finde ich das, aber Ihr Schritt gibt mir – und hoffentlich Vielen – Hoffnung, dass es in der jüngeren Generation doch noch so etwas gibt wie Anständigkeit und politische Moral.

    Ich ziehe meinen Hut!

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  13. In Wien haben sich die Roten zur Machterhaltung die Grünen ins Boot geholt. In Burgenland halt die Blauen. Ihre Entscheidung Ihr Verdienstzeichen zurück zu geben ist eine populistische Maßnahme. Mehr nicht. Zahlen Sie auch die Fördergelder zurück von denen Sie profitiert haben ?

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    • Es gibt in diesem Land viel zu viel Populismus. Lesen sie den Text doch bitte nochmal, dann wissen sie, dass das damit nichts zu tun hat. Sondern mit Haltung und Überzeugung. Und Fördergelder? Spärlich, spärlich, spärlich gesät. Das Meiste fließt in Verbandsstrukturen. Spieler_innen sehen nicht mal einen Bruchteil. Meine Sponsoren waren meine Eltern! glg

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  14. Wow! Meinen allerhöchsten Respekt! Sie haben moralische Werte, die Seltenheitswert haben. Diese auch öffentlich zu leben, erfordert Rückgrat.
    Egal wieviele Feinde Sie sich damit auch machen, ist das gute Gewissen sich selbst und seinen Werten treu geblieben zu sein, um so viel wertvoller. Sie sind ein mutiger Vorkämpfer! Die allerbesten Wünsche für Sie und Ihre Familie!

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  15. bravo, Herr Kovacs!
    ein berührender brief mit rückgrat – zwei eigenschaften, die Ihnen den weg in die politik versperren dürften… ich wünsche Ihnen, dass Sie die kraft finden, weiterhin Ihre stimme dort zu erheben, wo es nötig ist. Sie geben damit vielen hoffnung.
    ein exil-burgenländer in kärnten (bitte jetzt kein mitleid 😉 )

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