Geben wir der SPÖ Wien die Chance eine andere zu werden…

Es war einmal die Sozialdemokratie…

So in etwa beginnen Märchen. Die Story hinter dieser Geschichte ist leider kein Märchen, sondern vielmehr traurige Realität. Am Freitag hat die Wiener Sozialpartei, ups jetzt hab ich doch tatsächlich das „demokratisch“ im Namen unterschlagen, wieder einmal ihre grausliche, machtgeile Fratze gezeigt. Eine Fratze, welche die Absicherung der eigenen Pfründe, über alles andere stellt.

Noch heute, fast 3 Tage danach, schockt mich weniger die Rolle und die Person Senols, als die traurige Realität, dass 50 demokratisch gewählte Mandatar_innen des Wiener Landtages, dieses demokratiepolitische Trauerspiel schier ohne Gewissensbisse, mitspielen.

Unwürdig, beschämend, jenseits sind nur einige Begriffe, die diesen Akt des Machterhalts beschreiben. Ein Akt, der sinnbildlich für das Sittenbild unserer Demokratie zu stehen scheint. Ein Akt, der zurecht die Politikverdrossenheit der Bevölkerung noch weiter verschärft, ein Akt der das zarte rotgrüne Pflänzchen torpediert, ein Akt der uns zurückholt auf den Boden der Realität roter Allmachtsphantasien.
Würden sie doch nur einmal soviel Einsatz bei Inhalten zeigen, und in ähnlicher Manier um Vermögenssteuern kämpfen, dann würde ich ihnen Applaus spenden.  So spenden ich ihnen maximal Respekt dafür, dass sie unsere Naivität durchschaut und ihr „Spiel auf Zeit“ erfolgreich zu Ende gespielt haben. Aus ihrer internen Machtlogik heraus gesehen, ein Erfolg, den Bürger_innen und den eigenen Funktionär_innen gegenüber jedoch ein weiterer sozialdemokratischer Bauchfleck mit Anlauf.

Wer wird am Ende davon profitieren? Alle anderen. Leider blau. Leider schwarz. Aber ganz besonders: GRÜN. Vorausgesetzt wir wachen noch rechtzeitig aus der ersten Schockstarre auf und beenden diese Koalition. Das Vertrauen ist längst zerbrochen. Was spricht denn noch für eine Fortsetzung einer Koalition, wenn sich der Partner mit dem Arsch auf dein Gesicht setzt? Was?

Vorschlag 1: Die Regierungsprojekte fortzuführen.
Nein, das kann es nicht sein. Fast alles ist schon längst in Umsetzung gebracht. Die Menschen wissen was die Grünen in „nur“ 4,5 Jahren  mit „nur“ knapp 12% Wähler_innenstimmen, bewirkt haben. Da kann die SPÖ tausendmal allein die Mahü eröffnen. Da habe ich keine Angst davor. Die Mahü gehört uns und in Wahrheit gehört sie den Menschen, wie die 365.- Jahreskarte, die höchste Kindesmindestsicherung, und viele weitere grüne Erfolgsprojekte.

Was ist es dann, was uns zögern lässt?
Vorschlag 2: Wir glauben, dass die SPÖ sich ändert.
Nicht wirklich, oder? Mein Vater, einst selbst bei der SJ, erklärt mir das seit 30 Jahren, hofft immer wieder aufs Neue und wird ebenso sicher wieder enttäuscht. Da ändert sich null. Und sollte es doch für kurze Zeit mal den Anschein machen, dann bekommt man Sekunden später gleich wieder hinterrücks den Knüppel drübergezogen. Die SPÖ hat sich nicht mal geändert, als sie damals im Bund in Opposition war. Wie denn auch, wenn man die Schuld immer nur bei den anderen sucht. Und deshalb werden sie sich auch nicht in Wien ändern, schon gar nicht wenn man ihnen zeigt, dass man mit uns alles machen kann. Die einzige Chance besteht darin, ihnen genau das Gegenteil zu zeigen und dann darauf zu setzen, dass sich die vernünftigen Kräfte innerhalb der Roten endlich Gehör verschaffen.

Was sollen wir also machen?
Meiner Meinung nach, schleunigst in die Gremien gehen und offen über ein Ende mit Schrecken, als über einen Schrecken ohne Ende, diskutieren.

Stand heute bin ich für das AUS der Koalition. JA, ich bin bekennender rotgrün-Fan und glaube dass diese Regierungsform, nach Grünrot, die Beste für uns Wiener_innen ist. Ich darf noch dazu in einem Bezirk Politik machen in dem vieles besser läuft in der rotgrünen Zusammenarbeit und so soll es auch bleiben. Und auch wenn’s jetzt wie ein Widerspruch wirkt, gerade weil es mir um rotgrün geht, darf die Koalition unter diesen Vorzeichen nicht fortgesetzt werden. Wien braucht uns Grüne, aber die Stadt braucht starke, kämpferische Grüne die den Wiener Roten Stück für Stück ihren Verwaltungsfilz rausreissen und die Themen und Inhalte vorgeben. GEMEINSAM SCHAFFEN WIR DAS!

Also Stand heute: „raus“. Soll die SPÖ und Senol Akkilic das halbe Jahr allein regieren. Die Grüne Handschrift ist und bleibt auch so in dieser Stadt sichtbar. Noch dazu kommt: die Wahl gewinnen wir. Ob wir rausgehen oder drinnen bleiben. Und die SPÖ verliert sie mit der selben Sicherheit. Wollen wir also das sich was ändert und der letzte Funken Hoffnung auf Rot Grün 2 nicht verloren geht, dann müssen wir jetzt die Notbremse ziehen. Ansonsten verkaufen wir unsere Seele und sind am 11.10. dann ohne großes Zutun die Alleinschuldigen an der SPÖ Niederlage, in deren Selbstreflexion.

Behalten wir jedoch unsere Seele, sehe ich eine Chance. Die SPÖ kann sechs Monate politische Purzelbäume schlagen, verliert die Wahl aber zurecht trotzdem. Wir würden gestärkt und als einziger wahrer Wahlgewinner und einzig echte Option für unsere roten Freund_innen übrig bleiben. Ja und dann sollen sie nur kommen….

Also lange Rede kurzer Sinn:
Nehmen wir den Arsch der SP aus unserem Gesicht und zeigen ihnen, mit den Wiener_innen gemeinsam, wo es langgeht. Ich hätte noch viele Haustüren auf meiner Liste und wir alle gemeinsam haben noch soviel gute Ideen. Gemeinsam rocken wir die nächsten sechs Monate die Stadt und dann sind wir auch wieder offen und bereit für eine Entschuldigung. 😉

In seltenen Fällen ist die Fortsetzung besser als das Original. Wagen wir den Versuch!

image

2 Gedanken zu “Geben wir der SPÖ Wien die Chance eine andere zu werden…

  1. Glauben Sie wirklich das niemand diese Farce durchschaut ?? Wenn die Grünen ehrlich die Wahlrechtsreform angehen wollten hätten sie das schon seit mehr als 4 Jahren machen können !!! – In letzter Minute den empörten spielen ist unglaubwürdig

    Gefällt mir

    • Eine Koalition beruht auf gegenseitigem Vertrauen. Zu Beginn waren für uns Projekte, welche die Wiener_innen positiv im Börserl spüren (höchste Kindesmindestsicherung, 365.- Jahreskarte) und welche die Lebensqualität steigern (Mahü) prioritär. Für die Zukunft ist unser Vertrauen enden wollend. Und das Wahlrecht muss bereits in einem möglichen Koalitionspakt fix und fertig ausverhandelt sein.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s